Fraget nachdem Herrn und nach seiner Macht, suchet sein Antlitz allezeit! Psalm 105,4

 

Es ist schon verwunderlich, dass wir immer wieder daran erinnert werden müssen, treu zu beten. Es ist vor allem unsere Einstellung, die uns vom Beten abhält. Wir meinem nämlich, wir sind die „Macher“. Lieber etwas tun, da sehen wir, was wir machen. Beim Beten legen wir die Hände ja „nur“ in den Schoß. Zuerst tun wir etwas, wovon wir meinen, dass es richtig ist, und erst danach bitten wir Gott, dass er unser eigenwilliges Tun im Nachhinein segnen möge. Bete und Arbeite, so lautet eine alte, bewährte Mönchsregel. Auch Jesus hat sich daran gehalten. Sein Tag war voll mit dem Tun. Doch noch vor Tagesanbruch zog er sich in die Einsamkeit zurück, um zu beten. So holt er sich neue Kraft zu neuem Tun. Jochen Klepper dichtete: „Die Hände, die zum Beten ruhn, die macht er stark zur Tat. Und was der Beter Hände tun, geschieht nach seinem Rat.“ (EG 457, 11)

Beten muss gelernt werden. Beten muss man einüben. Egal, ob man alleine betet oder noch besser mit dem Partner zusammen. Für das Gebet muss man Zeit und Raum schaffen, sonst fällt es der Alltagshektik zum Opfer. Eine vielbeschäftigte Mutter von zwei Kleinkindern gestand mar, dass sie sich auf ein gewisses „stilles Örtchen“ zurückzieht, um ungestört zu beten. Wo ein Wille ist, findet sich auch ein Weg.

Als die Jünger Jesus beobachteten, wie er mit seinem Vater im Himmel sprach, da erwachte auch in ihnen der Wunsch, so beten zu können -  so vertrauensvoll und so beharrlich. Jesus legte ihnen und uns ein Gebetsmodell vor, „das Vaterunser“. Es kann zum Maßstab aller Gebete werden  In den ersten drei Bitten steht Gott im Mittelpunkt. Sein heiliger Name, sein Reich, sein Wille. Es geht um den Lobpreis Gottes. Wenn diese Hauptsachen ausgesprochen sind, kommen auch die wichtigsten Anliegen unseres Lebens zur Sprache. Unser tägliches Brot, Vergebung der Schuld, Bewahrung vor Unheil, unsere Rettung. So beten wir richtig, wenn wir im rechten Maßstab bleiben. Erst kommt Gott selbst! Dann kommen wir. Beides zusammen ergibt die Einheit des Lebens.

Herr, lehre uns beten!

 

 

Es grüßt Sie herzlichst im Namen aller Mitarbeiter und Kirchvorsteher

 

Ihr Pfarrer Horst Oertel

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