Jahreslosung: Ich glaube, hilf meinem Unglauben. Mk 9,24

 

Wenn er nicht so verzweifelt gewesen wäre, hätte der Vater die Jesusleute nicht um Hilfe gebeten., Die Todesangst um seinen geliebten Sohn, der unter furchtbaren Krampfanfällen litt, trieb ihn dazu. Er hatte gehört, dass Jesus Menschen heilen konnte. Da erwachte in ihm die Hoffnung, dass Jesus auch seinem Sohn helfen kann. Zunächst wandte er sich an die Jünger. Doch die waren völlig überfordert mit der Situation. Enttäuscht wollte er sich schon wieder abwenden, da stand plötzlich Jesus vor ihm. Dieser sah die Not des Vaters und erkundigte sich, was gerade geschehen war.  Als Jesus vom Versagen seiner Jünger erfuhr, war er maßlos enttäuscht über sie. Dann wandte er sich dem verzweifelten Vater zu und war ganz Ohr für seine Not. Doch plötzlich bekam der Junge wieder einen Krampfanfall. Er fiel zu Boden, wälzte sich mit verdrehten Gliedern und knirschte mit den Zähnen. Da flehte der Vater Jesus verzweifelt an: „Wenn du etwas kannst, so erbarme dich und hilf uns!“ Jesus schaute ihm daraufhin ganz tief in die Augen und sprach: „Du sagst, wenn du etwas kannst – alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt.“ Sogleich schrie der Vater: „Ich glaube, hilf meinem Unglauben!“.  Da sprach Jesus ein Machtwort, und sogleich entspannte sich der Junge, und ein tiefer Frieden zog in seine Glieder ein.  Glücklich schloss der Vater seinen geheilten Sohn in seine Arme.

In unserer Jahreslosung „Ich glaube, hilf meinem Unglauben“ haben wir ein paradoxes Wort, nämlich vom „un-gläubigen Glauben“ vor uns. Das heißt, unser Glaube ist mal zuversichtlich und fest, ein anderes Mal schwankend und zweifelnd. Wie bekommen wir aber einen starken Glauben? Paulus schreibt: „So kommt der Glaube aus der Predigt“ (Röm 10,17). Der Glaube wird also geweckt und gestärkt, wenn ich mich mit dem Wort Gottes (Bibel) beschäftige. Wir können auch beten: „Herr, stärke uns den Glauben“ (Lukas 17,5).  Unser Glaube beginnt damit, dass ich mich auf Gott einlasse und mit ihm ins Gespräch komme. Bete, wenn du in Not bist oder wenn du Fragen hast, auf die du keine Antwort weißt. Wer Gott wirklich sucht, der macht die Erfahrung, dass ER sich tatsächlich finden lässt (Amos 5,4). Der Glaube ist zwar ein Geschenk, aber wir können um dieses Geschenk bitten. Gott gibt gerne! Wenn wir den Glauben empfangen haben, dann beginnt das geistliche Training. Der Glaube ist ja wie ein Muskel.  Muskeln müssen trainiert werden, sonst werden sie saft- und kraftlos. Vor allem wird unser Glaube dort gestärkt, wo Jesus anzutreffen ist, nämlich in der Gemeinde. Jesus spricht: „Da, wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen“ (Mk 18,20). Christsein ist ein Mannschaftssport. Glauben kann man nicht allein, denn allein geht man ein!

 

Herzlichst, Ihr Horst Oertel, Pfr. i. R.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vorstellung der Gemeinde